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Buchvorstellung Selinas Way von Simone Trojhan

In diesem Blog widme ich mich dem Psychothriller „Selinas Way 1“ von Simone Trojhan.

Simone Trojhan bezeichnet sich ja selbst als Hardcore Thrillerautorin und diesem selbst auferlegten Mythos bin ich auf den Grund gegangen. Selinas Way (Daddys Princess) musste 2 Jahre nach Erscheinen der Erstfassung wieder aus den Regalen genommen werden, zu krass und verstörend waren scheinbar die Schilderungen von Sexszenen und Gewalt.

Nach einer Überarbeitung, die, nach Aussage der Autorin, die Handlung so „hingedreht“  (Originalzitat) hat dass es wieder verkauft werden darf und dennoch der Spannung und keinen Abbruch tat und nichts von dessen Schrecken verloren ging, wurde es 2018 wieder aufgelegt.

Dieser Neuauflage möchte ich mich heute widmen. Der Verkaufshinweis auf Gewalt und Sexuelle Inhalte sollen „dünnhäutige“ Leser vorwarnen und den Rest neugierig machen. (Nur nicht nachher jammern, wie schlimm es war!) Ist das alles nur ein gelungener PR-Gag oder steckt wirklich „harter Tobak“  hinter „Selinas Way 1“? Dies zu klären, habe ich mich aufgemacht um mich durch die 409 Seiten zu ackern.

Zur Story: Selina ist die kleine Tochter eines Alkoholikers und einer drogensüchtigen Prostituierten die gemeinsam in einem Trailerpark vegetieren. Vernachlässigt und missbraucht ist es ihr Glück, dass eines Tages ihre Mutter im Drogenrausch an ihrem erbrochenen krepiert und sie fortan von ihrer Großmutter aufgezogen wird. Ihr Vater, Dan ging, nach den Tod von Selinas Mutter in Therapie und wurde trocken. Gemeinsam mit Selina lebte er dann bei seiner Mutter und baute eine Beziehung zu seiner Tochter auf, die vielleicht eine Spur mehr als nur innig war. Als Dan dann eine neue Lebensgefährtin findet, will das Selina so nicht hinnehmen. Für Dan gilt ab sofort „Selinas way“. Eine harte, sexuell geladene Handlung mit sehr viel Blut.

Fazit: Hardcore? Vor 20 Jahren bestimmt, heute nicht mehr. Harter Tobak? Auf jeden Fall.   

Zuerst soll man vielleicht erwähnen: Wer Simone Trojhan kennt, weiß was einen erwartet und wird wahrscheinlich auch nicht enttäuscht. Wer leichte Unterhaltung mit happy End sucht, sollte lieber die Finger davon lassen. Simone Trojhan schreckt nicht davor zurück Tabuthemen auf den Tresen zu zerren und sie in einer Detailtreue zu schildern, dass einem beim Lesen die Ohren rot werden. Sexuelle Handlungen werden bei ihrem Namen genannt, wer blumige Umschreibungen sucht ist bei der Autorin aus dem Großraum München fehl am Platz. Ihr Schreibstiel ist direkt und kraftvoll wie eine Dampfwalze der auf Ausschmückungen und Schnörkel verzichtet. Die Story ist handlungsgetrieben und macht das Weglegen der Lektüre schwer.

An „Selinas Way 1“ hat mich der Name „Dan“ des Vaters etwas aus dem Leserhythmus gebracht, die Ähnlichkeit zu „dann“ hat mich viele Sätze wiederholen lassen, der Dan/dann Fehler hat mich über weite Strecken hin begleitet.

Für mich persönlich war die Gewaltbereitschaft vieler Charaktere (hoffentlich)  zu weit von der Realität entfernt (obwohl einem die täglichen Nachrichten leider eines Besseren belehren). Simone Trojhan lässt keine Gnade walten, nicht einmal mit ihren Haupt-Protagonisten, das sich einstellende Mitleid hält sich trotzdem im erträglichen Maß, da man nicht Gefahr läuft, sich mit einer der Haupfiguren zu identifizieren (und wieder ein „hoffentlich“).


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